Die öffentliche Verwaltung braucht keine weitere langweilige Präsentation, sie braucht Mut und ein bisschen Show. Genau mit diesem Gedanken haben wir am 25. und 26. August 2026 organisiert Innovationszirkus, einer Konferenz, die sich anstelle eines langweiligen Rednerpults direkt die Theaterbühne ausgesucht hat. Die Hauptaufführung fand am 26. August live im Ján-Palárik-Theater in Trnava statt, wo der Zuschauerraum für einen Tag zu einer echten Bühne für die Selbstverwaltungen wurde.
Anstelle von Bergen von PowerPoint-Präsentationen bekamen die Bürgermeister, Oberbürgermeister und IT-Leiter von Städten und Gemeinden bei unserer Konferenz eine wahrlich spektakuläre Show geboten – eine Kombination aus Keynotes, Workshops und einem 24-Stunden-Hackathon, bei dem Teams direkt in der Manege live funktionale Prototypen bauten. Die Zirkusmetapher ist hier nicht nur eine Dekoration auf dem Plakat. Sie ist eine Art, laut zu sagen, dass Veränderung in der öffentlichen Verwaltung lässt sich auch anders gestalten als durch eine weitere Richtlinie.
Das Zelt war schon vor der Veranstaltung ausverkauft, wobei Teilnahme schließlich erreicht 110 % ursprünglich geplanten Kapazität. Das Ján-Palárik-Theater platzte somit buchstäblich aus allen Nähten, im besten Sinne des Wortes. Bei einer Konferenz, die sich auf die Digitalisierung von Städten und Gemeinden konzentrierte – also ein Thema, das im slowakischen öffentlichen Raum lange als Nische betrachtet wurde –, ist das an sich ein starkes Signal. Es handelt sich somit gleichzeitig um die größte KI-Konferenz in der öffentlichen Verwaltung in der Slowakei, und ehrlich gesagt, darauf sind wir verdammt stolz.
Warum jetzt und warum die Kommunen?
Städte und Gemeinden in der Slowakei lösen seit Langem dasselbe Problem. Die Arbeitsbelastung nimmt zu, die Zahl der Mitarbeiter in den Ämtern wächst jedoch nicht, und der Bürger erwartet, dass die Erledigung von Angelegenheiten auf dem Amt einfacher wird als bisher. Wir widmen uns diesem Thema schon seit Langem und sehen in der Praxis, wie Unternehmen und Kommunen verstreute Excel-Tabellen und Papierkram schrittweise durch eine einzige digitale Umgebung ersetzen.
Der Innovationszirkus war ein Versuch, dieses Thema aus dem unternehmerischen Umfeld direkt in ein Theater zu tragen, das voller Menschen ist, die tatsächlich über die Budgets von Städten und Gemeinden entscheiden. Genau deshalb hatte er auch eine internationale Dimension: In die Manege traten Speaker aus vier Ländern, die die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung jeweils auf andere Weise angehen. Es war großartig zu sehen, wie sich ihre Ansätze auf einer Bühne gegenseitig ergänzten.
Was passierte in der Manege?
Das Hauptprogramm bestand aus neun Fachvorträgen und Workshops, also neun separaten Nummern einer großen Aufführung. Zu den Höhepunkten zählten:
Keynote von Petry Holm aus Estland, einem Land, das bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung seit Langem als Vorbild genannt wird, zum Thema des Weges von der Bürokratie zu einer fast unsichtbaren Regierung.
Keynote von Sarah Winzer aus Deutschland zu europäischen Trends in der Digitalisierung der Kommunalverwaltungen.
Praktischer Workshop mit Matthias Walter vom Schweizer Unternehmen Skybow, der sich auf den digitalen Workflow in Microsoft 365 konzentriert.
Podiumsdiskussion mit dem Präsidenten der Region Trnava Jozef Viskupič, dem Geschäftsführer von Slovensko.digital Peter Steinhübl, dem CEO von Inovia Vlastimil Kocián und unserem CEO Matúš Izakovič, also ein schönes Beispiel dafür, wie die Digitalisierung von Selbstverwaltungskörperschaften in der Praxis aussieht, wenn Potenzial auf Realität trifft.
Teil des Tages war auch das praxisnahe Kennenlernen von Low-Code-Tools in Microsoft 365, sozusagen ein praktisches Aufwärmtraining für das, was die Teilnehmer ein paar Stunden später direkt beim Hackathon ausprobieren konnten. Seien wir ehrlich, es passiert selten, dass das Publikum auf einer Konferenz über die öffentliche Verwaltung etwas wirklich selbst ausprobiert, anstatt nur zuzuhören.
Wie funktionierte der Hackathon – Die Zukunft der Kommunen im Zeitalter der KI?
Die mutigste Nummer des gesamten Programms war ein 24-Stunden-Hackathon zum Thema „Die Zukunft der Kommunen im Zeitalter der KI“, der unter der Schirmherrschaft unseres Hauptpartners KIRA stattfand. In das Finale zogen sieben Teams ein, die ihre Projekte live vor Publikum und Jury präsentierten, ganz ohne Sicherheitsnetz. Die Bedingungen waren bewusst so gestaltet, dass wirklich jeder am Hackathon teilnehmen konnte, nicht nur Entwickler. Die Teams arbeiteten mit Low-Code-Tools und hatten während der gesamten Zeit erfahrene Mentoren als Trainer an ihrer Seite, die ihnen halfen, genau in dem Moment die Balance zu halten, in dem es am nötigsten war.
Den größten Applaus erhielten schließlich die Teams Rise.sk, Kaktus und Thrive Dev, also drei Namen, die man sich merken sollte. Das Ziel war nicht nur, Applaus im Zuschauerraum zu ernten, sondern eine Idee aus der Manege in eine echte Behörde zu bringen, was letztlich auch der Grund ist, warum wir uns mit diesem Thema schon länger beschäftigen.
Was nehmen die Städte und Gemeinden daraus mit?
Für eine Kommune, die den ersten Schritt zur Digitalisierung erwägt, ist der Innovationszirkus ein gutes Beispiel dafür, dass das Thema KI in der öffentlichen Verwaltung ist längst keine bloße Theorie mehr aus Konferenzsälen im Ausland. Es findet direkt in der Slowakei statt und wird von Menschen gemacht, die innerhalb weniger Stunden einen funktionierenden Prototypen bauen können, ohne programmieren zu können. Wenn wir einen Satz hätten, mit dem wir den ganzen Tag zusammenfassen könnten, wäre es genau dieser.
Dass das auch ohne Netz und doppelten Boden geht, haben wir schließlich selbst direkt in Trnava erlebt. Beim Aufbau des städtischen Hubs auf SharePoint, über den wir auch im Artikel schreiben SharePoint: 10 Funktionen, die Ihr Unternehmen grundlegend verändern werden, wir gesehen haben, wie schnell eine gut zusammengestellte Lösung den Menschen täglich etwa 60 gezielte Suchen ersparen kann, die sie zuvor über verstreute Systeme hinweg durchführen mussten, und das gesamte Deployment dabei etwa zweieinhalb Wochen dauerte. Genau solche erfolgreichen Projekte sind für uns die beste Inspiration und der Beweis, dass selbst ein Prototyp aus der Manege eines Hackathons eine reale Chance hat, zu einer ähnlich funktionierenden Lösung heranzuwachsen.
Gleichzeitig ist es keine Geschichte darüber, dass KI wird alles mit einem Trick über Nacht lösen. Der Prototyp aus einem Hackathon ist nach wie vor nur ein Prototyp, also eher eine Probe in der Manege als ein fertiger Auftritt vor voll besetztem Zuschauerraum im normalen Amtsbetrieb. Der Weg von der Idee auf der Bühne zum regulären Betrieb im Amt erfordert noch viel Arbeit, Tests und vor allem die Bereitschaft der Stadt- oder Gemeindeführung, die Veränderung wirklich durchzuziehen. Auch darüber kann man auf einer öffentlichen Konferenz ehrlich sprechen, ohne dass es wie ein Werbeflyer klingt.
Und was kommt als Nächstes?
Der innovative Zirkus war vor allem ein Beweis dafür, dass sich auch das Thema der öffentlichen Verwaltung so spektakulär präsentieren lässt, dass sich die Menschen wirklich darauf freuen und es nicht nur einfach über sich ergehen lassen. Das ausverkaufte Theater mit einer Kapazität von 110 % deutet darauf hin, dass uns dies gelungen ist, und wir sind jedem, der an diesem Tag den Weg zu uns gefunden hat, aufrichtig dankbar.
Wenn Ihre Stadt, Gemeinde oder Organisation eine ähnliche Frage klärt, nämlich wie man mit der Digitalisierung der Agenda beginnen kann, ohne gleich das gesamte Amt auf einmal lösen zu müssen, teilen wir unsere Erfahrungen gerne.
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